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Kontrovers vor Ort: Punk-Frauen und die DDR
Lesung und Gespräch mit der Punk-Frau Sissi aus Halle und dem Buchautor Geralf Pochop über Widerständigkeit in der DDR

„Punk zu sein an sich war schon eine Provokation. Aber als Mädchen so herumzulaufen, bedeutete wohl einen doppelten Tabubruch, so etwas wie ein Sakrileg im real existierenden Sozialismusverständnis der DDR.“ erzählt Nancy, eine der Protagonistinnen im neuen Buch von Geralf Pochop "Tanz auf dem Vulkan. Widerständige Punk-Frauen in der DDR".

23 Frauen berichten in Interviews, Tagebüchern und eigenen Texten über ihre Erfahrungen mit Repression, Haft und Jugendwerkhöfen – und über die bis heute spürbaren Folgen. Nur drei von ihnen wurden rehabilitiert, viele warten noch immer auf Anerkennung des erlittenen Unrechts. Pochop hat seine damaligen Weggefährtinnen ermutigt, die weibliche Seite der Punkbewegung in der DDR sichtbar zu machen. Wir fragen: Wie reagierte die DDR-Gesellschaft auf unangepasste Frauen? Gab es eine geschlechtsspezifische Verfolgung? Was waren „Tripperburgen“?

In unserer Veranstaltung werden Sie die Zeitzeugin Sissi kennenlernen. Sie wurde 1969 in Halle (Saale) geboren, tauchte Mitte der 1980er Jahre in die Subkultur-Szene der Saalestadt ein. 1988 wurde sie im Alter von 18 Jahren inhaftiert und zu 2 Monaten Haft verurteilt. Im Gefängnis sollte sie eine IM-Verpflichtung der Staatssicherheit unterschreiben. Da Sissi die geforderte Spitzeltätigkeit ablehnte, wurde ihr Urteil aufgehoben und die Haft auf 12 Monate verlängert.

Geralf Pochop war selber Punk. Er geriet als Hausbesetzer und Wehrdienstverweigerer in Konflikt mit der DDR-Staatsmacht. Nach mehreren Verhaftungen und sechs Monaten Haft reiste er 1989 in die BRD aus. Heute forscht und schreibt er über die DDR-Vergangenheit, zuletzt in seinem autobiografischen Buch „Untergrund war Strategie. Punk in der DDR: Zwischen Rebellion und Repression“ (2019).

Die Veranstaltungsreihe findet in Kooperation mit der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statt.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.

Kontrovers vor Ort: Punk-Frauen und die DDR
Lesung und Gespräch mit der Punk-Frau Sissi aus Halle und dem Buchautor Geralf Pochop über Widerständigkeit in der DDR

„Punk zu sein an sich war schon eine Provokation. Aber als Mädchen so herumzulaufen, bedeutete wohl einen doppelten Tabubruch, so etwas wie ein Sakrileg im real existierenden Sozialismusverständnis der DDR.“ erzählt Nancy, eine der Protagonistinnen im neuen Buch von Geralf Pochop "Tanz auf dem Vulkan. Widerständige Punk-Frauen in der DDR".

23 Frauen berichten in Interviews, Tagebüchern und eigenen Texten über ihre Erfahrungen mit Repression, Haft und Jugendwerkhöfen – und über die bis heute spürbaren Folgen. Nur drei von ihnen wurden rehabilitiert, viele warten noch immer auf Anerkennung des erlittenen Unrechts. Pochop hat seine damaligen Weggefährtinnen ermutigt, die weibliche Seite der Punkbewegung in der DDR sichtbar zu machen. Wir fragen: Wie reagierte die DDR-Gesellschaft auf unangepasste Frauen? Gab es eine geschlechtsspezifische Verfolgung? Was waren „Tripperburgen“?

In unserer Veranstaltung werden Sie die Zeitzeugin Sissi kennenlernen. Sie wurde 1969 in Halle (Saale) geboren, tauchte Mitte der 1980er Jahre in die Subkultur-Szene der Saalestadt ein. 1988 wurde sie im Alter von 18 Jahren inhaftiert und zu 2 Monaten Haft verurteilt. Im Gefängnis sollte sie eine IM-Verpflichtung der Staatssicherheit unterschreiben. Da Sissi die geforderte Spitzeltätigkeit ablehnte, wurde ihr Urteil aufgehoben und die Haft auf 12 Monate verlängert.

Geralf Pochop war selber Punk. Er geriet als Hausbesetzer und Wehrdienstverweigerer in Konflikt mit der DDR-Staatsmacht. Nach mehreren Verhaftungen und sechs Monaten Haft reiste er 1989 in die BRD aus. Heute forscht und schreibt er über die DDR-Vergangenheit, zuletzt in seinem autobiografischen Buch „Untergrund war Strategie. Punk in der DDR: Zwischen Rebellion und Repression“ (2019).

Die Veranstaltungsreihe findet in Kooperation mit der Sächsischen Landesbeauftragten zur Aufarbeitung der SED-Diktatur statt.

Eine Veranstaltung in Kooperation mit der Sächsischen Landeszentrale für politische Bildung.
03.03.26 05:35:33